Ein Hundefutter-Etikett — auf der Produktseite oder auf der Rückseite des Futtersacks — ist voll von Fachbegriffen, Prozentwerten und Analysetabellen. Hersteller nutzen auf der Vorderseite werbliche Begriffe, doch die wahre Qualität einer Krokette offenbart sich erst beim Blick auf die Rückseite.
Mit dieser 4-Schritte-Anleitung durchschauen Sie jedes Futteretikett und erkennen sofort, was eine Rezeptur Ihrem Hund tatsächlich bietet.
Schritt 1: Alleinfuttermittel und die passende Lebensphase
Der erste Check ist einfach, aber grundlegend: Ist dieses Futter als vollwertige tägliche Hauptmahlzeit gedacht?
Alleinfuttermittel liefert alle lebensnotwendigen Aminosäuren, Fette, Vitamine und Mineralstoffe, die ein Hund täglich für Vitalität und Gesundheit benötigt. Ergänzungsfuttermittel (wie Snacks, Fleischstreifen und Topper) dienen ausschließlich als Belohnung und sollten maximal 10 % des täglichen Kalorienbedarfs ausmachen. [2]
Prüfen Sie direkt danach die Lebensphase:
- Welpe & Junior: Reich an Proteinen, Calcium und Phosphor für kontrolliertes Knochen- und Muskelwachstum.
- Adult: Ausgewogene Energie- und Nährstoffdichte für den ausgewachsenen Hund.
- Senior & Light: Angepasster Kaloriengehalt mit gelenkschützenden Nährstoffen für ältere oder ruhigere Hunde.
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Vier Angaben auf dem Etikett
Dieselbe Information steht auf der Produktseite. Zuerst die Futterart, dann Zusammensetzung, Analyse und Menge.
Auf dem EtikettAlleinfutter oder Ergänzungsfutter
Dein CheckFür den täglichen Napf: Alleinfuttermittel. Snacks und Ergänzungen ersetzen das nicht.
Auf dem EtikettZutaten, immer von viel nach wenig
Dein CheckSchau auf die Proteinquelle, die Kohlenhydrate und wie konkret die Namen sind.
Auf dem EtikettRohprotein, Rohfett, Rohfaser und Rohasche
Dein CheckGut, um zwei Trockenfutter derselben Art zu vergleichen, nicht um einen Sieger zu küren.
Auf dem EtikettVitamine, Mineralstoffe und Fütterungsempfehlung
Dein CheckVor dem Kauf: passt die Menge zu deinem Hund? Zu Hause nimmst du die Tabelle als Start.
Kurz: die ganze Produktinformation zählt. Eine Zahl oder ein Spruch auf der Vorderseite reicht nicht.
Schritt 2: Zusammensetzung entschlüsseln (Woher stammen die Kalorien?)
Die Zusammensetzung zeigt die Rohstoffe, aus denen das Futter hergestellt wird. Nach den europäischen FEDIAF-Richtlinien müssen alle Zutaten nach ihrem Gewichtsanteil zum Zeitpunkt der Mischung gelistet werden: Was ganz vorne steht, war bei der Zubereitung am schwersten. [2]

Achten Sie beim Lesen der Zutaten auf drei wesentliche Aspekte:
- Transparenz (Offene vs. geschlossene Deklaration): Nennt der Hersteller genaue Zutaten wie "20 % dehydriertes Huhn" (offene Deklaration) oder vage Sammelbegriffe wie "Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse" (geschlossene Deklaration)? Transparenz ist ein verlässliches Qualitätsmerkmal.
- Qualität der Proteinquelle: Reine tierische Proteine (Huhn, Lamm, Lachs oder Hirsch) besitzen die höchste biologische Wertigkeit für Ihren Hund.
- Kohlenhydrat- und Faserquellen: Hochverdaulicher Reis, Hafer, Kartoffeln oder Erbsen liefern stabile Energie und pflegen die Darmflora.
In der Zusammensetzung
Was die Namen dir sagen
Nicht jedes Wort wiegt gleich. Fang bei Protein, Kohlenhydrat und der Genauigkeit des Namens an.
BedeutungDie Proteinquelle. Passt genau diese Quelle zu deinem Hund, oder gerade nicht?
BedeutungGetreide als Kohlenhydrat. Kein Minuspunkt an sich, aber entscheidend, wenn du getreidefrei suchst.
BedeutungGetreidefreie Kohlenhydrate. Erbsen liefern auch pflanzliches Protein.
BedeutungFett und Energie. Lachsöl weist auf Omega-3 für Haut und Fell hin.
BedeutungKategorien, keine Quelle. Ein konkreter Name sagt mehr darüber, was dein Hund frisst.
Frisches Fleisch vs. Dehydriertes Fleisch
Ein häufiger Grund für Verwirrung ist der Unterschied zwischen frischem Fleisch und getrocknetem Fleischmehl:
- Frischfleisch: Enthält von Natur aus rund 70 % Wasser. Während des Erhitzens und Trocknens der Kroketten verdampft diese Feuchtigkeit. Ein Futter mit "Frischfleisch" an erster Stelle enthält im fertigen Futter oft einen deutlich geringeren Anteil an reinem Protein.
- Dehydriertes Fleisch (Trockenfleisch): Wurde bereits vor dem Mischen schonend getrocknet. Ein Anteil von beispielsweise 20 % oder 33 % dehydriertem Fleisch steht für hochkonzentriertes, reines tierisches Protein im fertigen Trockenfutter.
Dies erleichtert den Rezepturvergleich:
- Bei Huhn & Reis sorgen 20 % konzentriertes dehydriertes Huhn und 20 % Reis für ein bewährtes, ausgewogenes Energieprofil für agile Familienhunde.
- Bei Huhn & Kartoffel bildet 33 % dehydriertes Huhn den Hauptbestandteil, ergänzt um Kartoffeln und Erbsen für getreidesensible Hunde.
Erfahren Sie mehr in unseren Spezialratgebern zu getreidefreiem Hundefutter und hypoallergenem Hundefutter.
Schritt 3: Analytische Bestandteile verstehen
Die analytischen Bestandteile beziffern das garantierte Nährstoffprofil pro 100 Gramm Futter:
- Rohprotein (z.B. 22 % – 32 %): Unverzichtbare Bausteine für Muskeln, Gewebe, Fell und Immunsystem.
- Rohfett (z.B. 10 % – 20 %): Wichtigster Energielieferant sowie Quelle fettlöslicher Vitamine und wertvoller Omega-Fettsäuren.
- Rohfaser (z.B. 2 % – 4 %): Pflanzliche Ballaststoffe für eine gesunde Darmbewegung und ein gutes Sättigungsgefühl.
- Rohasche (z.B. 5 % – 8 %): Dies ist kein Füllstoff oder Ascheabfall, sondern die wissenschaftliche Bezeichnung für alle lebenswichtigen Mineralstoffe (wie Calcium, Phosphor, Magnesium und Kalium), die bei der Laboranalyse zurückbleiben.
Vergleichen Sie Trockenfutter-Prozentwerte niemals direkt mit Nassfutter. Nassfutter besteht zu 75–80 % aus Wasser, wodurch Protein- und Fettwerte auf der Dose optisch viel niedriger erscheinen. Rechnen Sie stets auf Trockenmassebasis um. [1]
Schritt 4: Fütterungsempfehlung im Alltag anwenden
Auf der Verpackung oder Produktseite finden Sie die Fütterungstabelle mit den empfohlenen Tagesmengen in Gramm basierend auf dem Körpergewicht.

Nutzen Sie diese Orientierung in 3 Schritten:
- Zielgewicht zugrunde legen: Berechnen Sie die Futtermenge nach dem gesunden Idealgewicht Ihres Hundes.
- Küchenwaage nutzen: Messbecher weichen oft um bis zu 20 % ab. Genaues Abwiegen verhindert unbemerktes Übergewicht.
- Nach 3 bis 4 Wochen anpassen: Bleibt das Gewicht stabil und sind die Rippen bei sanftem Druck gut tastbar? Passen Sie die Futtermenge bei höherer Aktivität oder Kälte um 5–10 % an. [2]
Halten Magen-, Darm- oder Hautprobleme an oder benötigt Ihr Hund eine spezielle medizinische Diät, konsultieren Sie bitte Ihre Tierarztpraxis.
Drei Praxisbeispiele aus dem Balloxx Sortiment
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Drei Rezepte für denselben Check vor der Wahl
Drei verschiedene Situationen, dieselbe Produktinformation. Nimm das Beispiel, das deinem Hund am nächsten kommt.
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Futterauswahlhilfe startenHäufig gestellte Fragen
Bedeutet „Alleinfuttermittel“, dass ich nichts anderes geben darf?+−
Steht die wichtigste Zutat immer an erster Stelle?+−
Warum steht manchmal zuerst Getreide und dann Huhn?+−
Muss ich die Fütterungstabelle schon vor dem Kauf lesen?+−
Was mache ich, wenn mein Hund spezielles Diätfutter braucht?+−
Quellen & Wissenschaftliche Referenzen
[2] FEDIAF. Understanding Pet Food Labels. European Pet Food Industry Federation.
[3] Niederländischer Verband der Heimtiernahrungsindustrie (NVG). Etikettierung von Heimtiernahrung.




