Dein Hund kratzt sich ständig. Die Ohren entzünden sich immer wieder. Oder der Kot ist seit Wochen weich, egal was du ausprobierst. Du warst beim Tierarzt, aber ein ernstes Problem wurde ausgeschlossen. Trotzdem stimmt etwas nicht.
In vielen dieser Fällen kann die Ursache im Futter liegen. Eine Futtermittelreaktion ist eine mögliche Erklärung neben Umweltallergie, Parasiten oder Hautinfektionen. Weil diese Ursachen gleich aussehen können, ist die Tierärztin oder der Tierarzt der richtige erste Schritt: Andere Ursachen können ausgeschlossen und geprüft werden, ob eine Eliminationsdiät sinnvoll ist. (Verlinden, 2006; Zur et al., 2002)
In diesem Artikel erklären wir, was hypoallergenes Futter genau ist, woran du erkennst, ob dein Hund es braucht, und welches Rezept am besten zu seiner Situation passt. Sieh das als Begleitung zu einem tierärztlichen Vorgehen, nicht als Diagnose.
Was ist eine Futtermittelallergie beim Hund?
Eine Futtermittelallergie entsteht, wenn das Immunsystem deines Hundes auf ein bestimmtes Eiweiß im Futter reagiert, häufig Huhn, Rind oder Weizen. Diese Reaktion kann sich über die Haut, den Verdauungstrakt oder beides zeigen.
Es lohnt sich, zwei Dinge voneinander zu unterscheiden:
- Futtermittelallergie: Das Immunsystem reagiert auf einen Bestandteil des Futters, auch in kleinen Mengen.
- Futtermittelunverträglichkeit: Ein Verdauungsproblem ohne Immunreaktion, zum Beispiel wenn ein Hund schlecht auf einen hohen Fettgehalt reagiert.
Beide können ähnliche Symptome verursachen, erfordern aber unterschiedliche Ansätze. Die häufigsten Futterallergene beim Hund sind Huhn, Rind, Weizen, Soja, Milch und Eier, genau die Eiweißquellen, die in vielen Standardfuttersorten stecken.

Wie erkennst du eine Futtermittelallergie bei deinem Hund?
Die häufigsten Anzeichen sind anhaltender Juckreiz, wiederkehrende Ohrenentzündungen und unsteter Stuhlgang, Symptome, die nicht von selbst verschwinden und auf eine Standardbehandlung allein kaum ansprechen.
Zeigt dein Hund zwei oder mehr der folgenden Symptome?
- Anhaltender Juckreiz an Pfoten, Ohren, Bauch oder Leisten
- Wiederkehrende Ohrenentzündungen (mehr als zweimal im Jahr)
- Hautausschlag, rote Stellen oder schuppige Haut
- Übermäßiges Lecken der Pfoten
- Weicher Kot, Durchfall oder unregelmäßiger Stuhlgang
- Blähungen oder aufgeblähter Bauch
- Stumpfes oder trockenes Fell
Die Symptome ähneln sich stark. Eine Futtermittelallergie tritt das ganze Jahr über auf; eine Umweltallergie (Gräserpollen, Hausstaubmilben) folgt den Jahreszeiten. Bei Unsicherheit ist ein Besuch beim Tierarzt der richtige nächste Schritt.
Wie funktioniert hypoallergenes Hundefutter?
Hypoallergenes Hundefutter ersetzt bekannte Allergene durch Zutaten, mit denen der Hund noch keinen Kontakt hatte. Es gibt zwei echte hypoallergene Ansätze: eine neue Eiweißquelle und eine begrenzte Zutatenliste.
Neue Eiweißquelle (Novel Protein): die direkteste Methode bei Eiweißallergien. Du wählst eine Fleischquelle, die dein Hund noch nie gefressen hat (Wild, Lamm oder Lachs), damit weniger wahrscheinlich eine bestehende Sensibilisierung greift.
Begrenzte Zutatenliste: ein Eiweiß, eine Kohlenhydratquelle. Weniger Zutaten bedeuten weniger mögliche Auslöser und erleichtern die Bewertung.
Getreidefreies Futter ist eine eigenständige Kategorie, die sich auf die Kohlenhydratquelle konzentriert, nicht auf das Eiweiß. Es kann sich mit einem hypoallergenen Ansatz überschneiden (unser Sortiment ist getreidefrei und nutzt eine neue Eiweißquelle), doch getreidefreies Futter allein ist keine Hypoallergen-Strategie: Ein Hund mit Hühnerüberempfindlichkeit reagiert weiterhin auf getreidefreies Hühnerfutter.
Mehr Hintergrund zu hydrolysiertem Eiweiß, Einzelprotein-Rezepten und der Eliminationsdiät findest du in der Wissensdatenbank.
🌿 Welches Rezept passt zu deinem Hund?
Orientiere dich an der Situation deines Hundes.
Omega-3 aus Lachs unterstützt die Haut von innen. Getreidefrei, neue Eiweißquelle für die meisten Hunde.
Zum ProduktMildes Lammprotein, getreidefrei, eine Eiweißquelle. Gute erste Wahl bei Magenbeschwerden.
Zum ProduktWild ist für fast alle Hunde eine völlig neue Eiweißquelle: kaum Vorbelastung, weniger vorbestehende Reaktion.
Zum Produkt100% pflanzlich: eliminiert alle tierischen Eiweiße vollständig. Konsequenteste Option bei breiter Sensibilität.
Zum Produkt
Wie stellst du um?
Nutze eine 7-Tage-Umstellung, um Verdauungsprobleme zu vermeiden. Während dieser Zeit keine anderen Snacks oder Tischreste: jede zusätzliche Eiweißquelle stört die Elimination.
📅 Umstellungsplan
| Tag | Bisheriges Futter | Neues Futter |
|---|---|---|
| Tag 1–2 | 75 % | 25 % |
| Tag 3–4 | 50 % | 50 % |
| Tag 5–6 | 25 % | 75 % |
| Tag 7+ | — | 100 % |
Eine Eliminationsdiät von mindestens 8 Wochen wird empfohlen, um bei mehr als 90 % der Hunde und Katzen eine kutane Futtermittelreaktion festzustellen.
Was die Forschung zeigt: Bei Hunden mit kutaner Futtermittelreaktion zeigte sich nach etwa 3 Wochen bei rund der Hälfte eine deutliche Besserung; ab 5 Wochen war bei mehr als 80 % eine Remission erreicht, nach 8 Wochen bei mehr als 90 %. (Olivry et al., 2015)
Beachte, dass es dabei um Diagnostik unter Begleitung geht, mit einer Provokation zur Bestätigung der Reaktion. Wechslealso nicht selbst endlos: Besprich den Verlauf mit deiner Tierärztin oder deinem Tierarzt. Führe daneben ein einfaches Tagebuch, damit du nach acht Wochen ein ehrliches Bild hast. (Olivry et al., 2015)
Unser hypoallergenes Sortiment
Diese Rezepte nutzen jeweils eine andere Eiweißquelle und sind getreidefrei. Welches passt, hängt davon ab, was dein Hund schon gefressen hat; besprich das mit deiner Tierärztin oder deinem Tierarzt. Prüfe die aktuelle Zusammensetzung immer auf der Produktseite oder der Verpackung.
Wild & Kartoffel
Glutenfreies Rezept mit Wild, Reis und Kartoffel. Ideal, wenn der Hund zuvor Huhn, Rind oder Lamm gefressen hat.
Zum ProduktLamm & Kartoffel
Mild, getreidefrei, begrenzte Zutatenliste. Häufiger Einstieg.
Zum ProduktVegetarisch
100% pflanzlich. Vollständige Elimination aller tierischen Eiweiße.
Zum ProduktEntdecke unser hypoallergenes Sortiment
Alle Rezepte mit neuer Eiweißquelle, getreidefrei, ohne Huhn und ohne Rind. Sieh dir die vollständige Übersicht an.
Hypoallergenes Hundefutter ansehenHäufige Fragen
Ist getreidefreies Hundefutter immer hypoallergen?+−
Wie lange dauert es, bis ich Ergebnisse sehe?+−
Welches hypoallergene Hundefutter ist das beste?+−
Muss ich unbedingt zum Tierarzt?+−
Fragen, welches Rezept zu deinem Hund passt? Schreib uns an support@balloxx.com. Wir helfen dir gerne weiter.
Quellen:
- Verlinden et al. (2006): Food Allergy in Dogs and Cats: A Review. Critical Reviews in Food Science and Nutrition.
- Olivry, T., Mueller, R.S. & Prélaud, P. (2015): Critically appraised topic on adverse food reactions of companion animals (1): duration of elimination diets. BMC Veterinary Research 11:225. Grundlage für die 8-Wochen-Frist: Bei Hunden war nach ca. 5 Wochen bei mehr als 80 % und nach 8 Wochen bei mehr als 90 % eine Remission erreicht; die Diagnose wird per Provokation bestätigt.
Hinweis: Die zuvor genannte Olivry-Referenz aus Veterinary Dermatology (2015) wurde durch die oben genannte BMC Veterinary Research-Publikation ersetzt, weil die geprüfte DOI auf einen anderen Artikel verwies.
- Zur et al. (2002): Canine atopic dermatitis and adverse food reactions. Journal of Small Animal Practice.




